4. Fachkongress Echtzeitentwicklung
ein Rückblick
Am 2. und 3. Mai 2012 bot die INCHRON GmbH der Echtzeit-Gemeinde zum vierten Mal den Fachkongress Echtzeitentwicklung in München. Hier trafen 60 Entscheidungsträger, Projektleiter und Entwickler echtzeitkritischer Anwendungen auf hochkarätige Referenten, Keynote Speaker und Aussteller. Ob am Kongresstag selbst oder beim vorabendlichen "Meet the Experts": Es bahnten sich rege Geschäftsbeziehungen an, wurden Erfahrungen ausgetauscht und wertvolle Erkenntnisse zum Management von Embedded Systemen geteilt.
Den Auftakt bildete eine ganztägige Schulung der INCHRON Tool-Suite in der INCHRON-Zweigstelle in München-Garching, gefolgt vom abendlichen Meet the Experts in sehr entspannter Atmosphäre. Wolfgang Sczygiol, CEO der Brose-SEW, gab einen Überblick über die Elektromobilität weltweit und eine kritische Einschätzung der Zukunftsaussichten mancher Automobilhersteller, die nicht genügend in diesen Bereich investierten.
Der intensive Erfahrungsaustausch der Teilnehmer setzte sich am darauf folgenden Kongresstag im Münchener Lehel Carré fort. Besonders erwähnenswert: die Keynote von Dr. Karl Fuchs, Continental, in der er anschaulich darlegte, wie aus der Fehlerdichte eines Entwicklungsprojekts frühzeitig die Einhaltung des Terminplans ablesbar wird. Diese Fehlerdichte bekäme nur in den Griff, wer die Komplexität mittels modellbasierter Entwicklung beherrsche, da sie eine frühe Fehlerfindung ermögliche.
Es folgten sieben hochkarätige Fachvorträge - beginnend mit Dr. Christian Salzmann, der die Strategie von BMW für eine intensivere Wiederverwendung von Software erläuterte. Dies ist laut Dr. Salzmann nur mittels Standards und einem iterativen, gemeinschaftlichen Entwicklungsprozess möglich. Ralph Mader, Continental, führte die Zuhörer in die Komplexität von Motorsteuergeräten ein, um darauf von verschiedenen Strategien zur Nutzung von Mehrkernprozessoren für solche ECUs zu referieren. Die ideale Verteilung der Rechenaufgaben auf die Rechenkerne wird individuell für jedes Projekt mittels chronSIM neu zu ermitteln sein. Florian Huber von Sensortechnik Wiedemann beschrieb praxisnah, wie die sicherheitskritische Laderegelung der Akkumulatoren schon in der Echtzeitsimulation überprüft und optimiert werden kann.
Die Mittagspause brachte erneut angeregte Gespräche zwischen den Teilnehmern, Referenten und Ausstellern. Dem folgte ein Vortrag von Martin Stockl, Experte für Embedded Systeme bei IBM Rational Deutschland. Stockl lieferte den Zuhörern einen Überblick über integrierte Lösungen auf Basis von Jazz. Diese ließen eine einfache Integration der INCHRON Tool-Suite zu, wie er zu berichten wusste. Jan Meyer vom Automobilzulieferer Hella zeigte anschließend auf, wie die Kombination der INCHRON-Werkzeuge mit IBMs Rhapsody und deren feste Integration in den modellbasierten Entwicklungsprozess zu deutlichen Effizienzsteigerungen führt.
Stefan Hohrein und H.-J. Elsäßer lieferten sich einen munteren Dialog darüber, wie bei Continental in Schwalbach drei Funktionen in einem neuen AUTOSAR-basierten Steuergerät integriert wurden - und die geforderte maximale Rechenleistung noch vor der Implementationsphase abgeschätzt und optimiert werden konnte. Der finale Vortrag gab den INCHRON-Gründern Dr. Ralf Münzenberger und Matthias Dörfel Gelegenheit aufzuzeigen, wann und warum Zeit für den Menschen wichtig wurde. Mit einer Liebeserklärung an die Echtzeit - die wie ein Herz die Dynamik in Embedded Systemen bestimme - beschlossen sie den zweitägigen Kongress.
Fazit: Mit dem 4. Fachkongress Echtzeitentwicklung ist es erneut gelungen, den intensiven Austausch von Anwendern und Echtzeit-Experten zu beflügeln. Wir danken allen Teilnehmern, Referenten sowie den Ausstellern IBM Rational, ServiceXperts und Elektrobit!








